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Interview mit Elizabeth Leriche

Interview mit Elizabeth Leriche

In jedem Maison & Objet-Salon kommt der Name Elizabeth Leriche auf den Punkt, denn es ist eines der drei Stilbüros, die auf der Grundlage von Inspiration den Ton für den Salon angeben. Heute erklärt sie ihre Vorgehensweise, nachdem sie am Thema "DREAM BOX" gearbeitet hat.

Elizabeth Leriche, erzähl uns von deinem Hintergrund…

Ich besuchte die Louvre-Schule und eine Textil-Design-Schule, merkte aber schnell, dass es nicht mein Ding war. Danach kehrte ich als Praktikantin zu Nelly Rodi zurück, wo ich mein Handwerk lernte. Ich war verantwortlich für trendige Räume ab dem ersten Verkauf der Innenraumszene. Nach 5 Jahren bei Nelly Rodi habe ich vor ungefähr 20 Jahren mein eigenes Büro gegründet.

Sie sind ein sogenannter Trendjäger, was ist das genau?

Ich mag diese Bezeichnung nicht wirklich. Meine Arbeit gliedert sich in drei Teile. Ein Bereich Trends (Maison et Objet und EDM), ein Bereich Szenografie für die Presse (Ikéa Roche Bobois usw.) und ein Bereich Beratung und künstlerische Leitung (GLethu, La Redoute…) Verbraucherverhalten und die Zukunft vorwegnehmen, um meine Kunden bestmöglich zu beraten.

Was sind deine Inspirationen?

Um diesen Job zu machen, muss man auf alles neugierig sein! Alles ist Inspiration, ob in der Mode, im Kino, in der zeitgenössischen Kunst oder auf der Straße. Aber da ich eine Leidenschaft für das habe, was ich tue, bleibe ich nicht gern auf dem ausgetretenen Pfad und biete gerne Dinge an, die wir noch nicht gesehen haben.

Sie sind einer der drei Anbieter der Maison & Objet, welche Rolle spielen Sie?

Wir schlagen alle 6 Monate ein Thema vor, das jedes Stilbüro entsprechend seiner Sensibilität entwickelt. Besonderes Augenmerk lege ich darauf, Besuchern ungewöhnliche Dinge zu zeigen, um sie zu überraschen. Ich möchte der Öffentlichkeit zeigen, dass es angesichts des Massenkonsums und der Standardisierung Schöpfer gibt, die innovative Objekte anbieten, die neue Perspektiven eröffnen.

Mit dieser Übertragung schlug das Observatorium das Thema CRAZY vor. Können Sie uns etwas über Ihre DREAM BOX-Szenografie erzählen und dieses Thema veranschaulichen?

Ich verließ das Universum des Traums und wollte Türen des Unbewussten öffnen, die zu Träumen oder Albträumen führten. Es ist ein bisschen wie die Idee eines Hotels, in dem die Nacht erlebt werden würde.

Wie wird dieses Thema Ihrer Meinung nach in die Innenräume übertragen?

Ich denke, dass der Verbraucher heute träumen muss, dass wir sein tägliches Leben durch bedeutungsvolle Gegenstände neu verzaubern müssen. Jeder möchte Schauspieler in seinem Interieur werden und das Haus ist mehr denn je ein Ort der Geselligkeit und des Schutzes. Besonderes Augenmerk wird auf das Schlafzimmer gelegt, wobei der Qualität des Bettes mehr Bedeutung beigemessen wird, auf der Suche nach Wohlbefinden, um von einem besseren Leben zu träumen.

Entspricht Ihr Interieur den Trends?

Nicht speziell! Ich mag einfache Dinge und Sammlungen von Reiseobjekten wie afrikanisches Korbgeflecht. In Kapstadt zum Beispiel mochte ich einen Künstler, der mit Keramik arbeitet und afrikanische Textilien imitiert. Da ich mit dem Schöpfer Thomas Boog zusammen lebe, müssen wir seinen Geschmack für historische Dinge und meinen für zeitgenössischere Objekte in Einklang bringen. Wir komponieren aber auch nach Lust und Laune mit großen Koffern, in denen wir unsere Objekte für eine Zeit aufbewahren, in der wir uns verändern wollen.


Video: Interview Elisabeth Leriche - Conception et scénographie - Bureau de style (Oktober 2021).